Ayurveda
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Ayurveda Grundlagen: der Alltag im Ayurveda

Ayurveda Grundlagen

Dein Morgen im Ayurveda:

  • Versuche vor oder bei Sonnenaufgang aufzustehen. Auf jeden Fall aber vor 6 Uhr, solange noch die Vata Zeit aktiv ist.
  • Wenn du morgens wach wirst, bleibe noch für einige, tiefe Atemzüge im Bett liegen.
  • Beginne deinen Morgen in Ruhe. Lass dir Zeit, langsam in den Tag zu starten. Beruhige dich, versinke noch nicht in Gedanken über Probleme. Hetze dich nicht. Gehe den Tag in Ruhe an, ohne Stress.
  • Gehe direkt nach dem aufstehen ins Bad für dein Reinigungsritual: reinige erst deine Zunge mit einem Zungenschaber, dann spülst du deinen Mund mit Öl für 5 bis idealerweise 20 Minuten (Ölziehen). Dann erst putzt du dir die Zähne. Somit werden alle Giftstoffe, die sich über Nacht im Mundraum angesammelt haben in den Müll befördert, statt in den Magen. Spucke dein Öl in ein Küchentuch und wirf es in den Müll. Gerade Kokosöl wird bei Zimmertemperatur fest und kann dir so deinen Abfluss verstopfen.
  • Trinke jetzt schluckweise ein Glas heißes, abgekochtes Wasser. Dies kurbelt deine Verdauung an. Kaltes Wasser belastet schon Morgens dein Verdauungsfeuer, heißes Wasser rinnt durch.
  • Integriere in dein Morgenritual Yoga, Dehnübungen oder einen Spaziergang und Atemübungen.
  • Reinige deinen Körper. Entweder „indisch“, indem du mehrfach etwas Wasser über dich schüttest (zB.: aus einer Schüssel oder einem Eimer) oder „westlich“ klassisch mit einer Dusche. Ganz besonders toll finde ich diese Prozedur aus der Makrobiotik: reibe deinen gesamten Körper mit einem heißen, nassen Waschlappen fest ab, bist er überall schön rot ist. Damit bringst du deinen Kreislauf in Schwung.
  • Danach reibst du deinen Körper mit warmen Öl ein. Im Sommer kannst du gerne kühlendes Kokosöl verwenden. Im Winter empfiehlt sich warmes Sesamöl. Massiere dich damit selbst.
  • Nimm dir Zeit für ein – möglichst warmes – Frühstück und ausreichend Flüssigkeit am Morgen.  Iss keine kalten und warmen Speisen gleichzeitig (zB kalten Joghurt aus dem Kühlschrank mit heißem Tee). Möchtest du gerne etwas kühles essen, achte darauf dein heißes Wasser (oder Tee, Kaffee, usw.) ca. 30 Minuten vorher zu trinken. Das Frühstück sollte (sowie das Abendessen) kleiner sein, als das Mittagessen. Da dein Agni noch nicht mit voller Kraft brennt, sollte es auch leicht verdaulich sein.

Dein Mittag im Ayurveda:

  • Wähle eine warme Mahlzeit, wenn möglich frisch zubereitet. Aufgewärmte, aufgetaute oder in der Mikrowelle erhitzte Nahrungsmittel haben keinen Nährwert und erhöhen nur die Trägheit, das Tamas.
  • Dies ist die größte Mahlzeit des Tages. Sie kann auch gerne etwas üppiger sein. Dein Agni brennt zu Mittag am stärksten und du verdaust auch schweres Essen ohne Probleme.
  • Trinke warmen Tee oder warmes bzw. heißes Wasser dazu.
  • Gerade in stressigen Zeiten ist eine warme Mahlzeit zu fixen Zeiten ein echter Lebensretter. Bist du gestresst, isst dazu unregelmäßig und noch dazu kalt, kann dies zu gesundheitlichen Beschwerden führen, zB Verdauungsstörungen oder es kann typische Symptome von Vata- und Pittastörungen auslösen.
  • Iss mit Ruhe und Bedacht. Bevor du zu essen beginnst, beruhigst du dich mit einigen tiefen Atemzügen. Sammle deinen Geist und lasse die Probleme des Alltags oder des Berufes für diese kurze Zeit hinter dir.
  • Wenn du es wünschst, kannst du ein kleines Gebet vor der Mahlzeit sprechen.
  • Nach dem Essen empfiehlt es sich, den Mund gründlich auszuspülen. Du kannst auch zwei Kardamomkapseln kauen um die Verdauung zu fördern.

Dein Abend im Ayurveda:

  • Versuche jetzt einen Ausgleich zu finden zu den Tätigkeiten, mit denen du den Großteil deines Tages verbracht hast. Hast du viel geredet, verharre einige Minuten in völliger Stille. Bist du den ganzen Tag auf dem Bürostuhl gesessen machst Dehnübungen.  War es den ganzen Tag laut, suche die Ruhe. Warst du drinnen, gehe raus. Usw.
  • Die Abendmahlzeit sollte ebenfalls warm sein und genug Flüssigkeit enthalten. Achte darauf, dass sie nicht zu schwer ist und auf keinen Fall größer als dein Mittagessen. Verzichte am besten auf Fleisch, Linsen und Fett. Ideal für den Abend sind Suppen oder suppige Eintöpfe.
  • Achte auf mindestens 2 Stunden Abstand zwischen Abendessen und Schlafenszeit.
  • Abends ist Kapha Zeit (18 – 22 Uhr). Komme jetzt zur Ruhe. Vermeide Stress und aufreibende Gedanken, Gespräche oder Tätigkeiten.
  • Ideal wäre jetzt ein kleiner, beruhigender Spaziergang.
  • Vermeide ein allzu aufreibendes Programm am Abend. Ab und zu ausgehen und feiern ist perfekt, aber es sollte nicht jeden Tag sein. Gönne deinem Körper Ruhe. Vermeide auch zu viel Fernsehen, vor allem aufregende, laute Filme.
  • Integriere Meditation als beruhigenden Bestandteil in deine Abendroutine.
  • Reinige dein Gesicht und massiere deine geschlossenen Augen mit deinen Handballen (lege die Ballen auf die Lider und bewege sie sachte in alle Richtungen)
  • Führe einige Pranayamaübungen durch um deinen Geist zu beruhigen.
  • Gehe noch vor 22 Uhr ins Bett.

 

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