Ayurveda Grundlagen: Die Ayurveda-Uhr

By Angelika Stranger | Selfcare/Wellness

Jun 11
Ayurveda Grundlagen

Im Ayurveda werden nicht nur die Menschen in drei verschiedene Typen eingeteilt, auch die Zeit. Jede Zeit hat ihre besondere Qualität und ist förderlich bzw. hinderlich für gewisse Tätigkeiten, Vorgänge oder Abläufe.

Dein Körper liebt Rhythmen und Rituale und hat es gar nicht gern, wenn der Tagesablauf jeden Tag anders ist. Daher ist es ratsam, sich eine gewisse Routine anzugewöhnen und diese dann auch täglich beizubehalten:

  • Fixe Zeiten fürs Bett und wiederum fürs aufstehen am Morgen.
  • Die Mahlzeiten zu den gleichen Zeiten am Tag.
  • Immer die gleiche Morgen- und Abendroutine.
  • Gleiche Zeiten für Sport, Arbeit, Hobby, usw.
  • usw.

Der Tag

Der Tag wird folgendermaßen unterteilt:

6-10 Uhr – Kapha = Ausscheidung, Stabilität. Morgens ist die Zeit um Stärke für den Tag zu sammeln. Idealerweise bist du bereits vor 6 Uhr (also noch in der Vata Zeit) aufgestanden und machst dich nun bereit für den kommenden Tag. Stelle dir ein stärkendes Morgenritual zusammen, dass dich auf den kommenden Tag vorbereitet.

Vermeide Stress zu dieser Zeit. Jetzt ist auch noch nicht die Zeit für geistige Höhenflüge. Dafür bietet sich jetzt die beste Gelegenheit für dein tägliches Sportprogramm. Pitta ist noch nicht aktiv und das frühe Training hilft dir die Müdigkeit zu überwinden.

Besonders Kapha Typen profitieren vom morgendlichen Training, da Kapha reduziert wird und so der Tag mit mehr Schwung beginnen kann.

10-14 Uhr – Pitta = Verdauung, Nahrungsaufnahme: Um diese Zeit ist es günstig, die größte Mahlzeit des Tages zu sich zu nehmen. Agni, unser Verdauungsfeuer, ist auf dem Höhepunkt des Tages und brennt mit stärkster Kraft.

Nun kannst du gerne deftiger essen als zB zu Abend, da dein Verdauungsfeuer – vor allem bei Pitta-Typen – alles mit Leichtigkeit wegbrennt. Denke aber daran: kein kaltes Wasser vor oder zu deiner Mahlzeit, sonst nimmst du deinem Agni die Kraft.

Auch ist diese Zeit die Zeit, in der du am aktivsten und stärksten bist. Sport ist jetzt keine gute Idee, da sonst die ganze Kraft aus dem Verdauungsfeuee abgezogen wird und in die Bewegung gelenkt wird. Gerade Pitta-Typen sollte jetzt pausieren, da sonst ihre hitzige Energie noch mehr erhöht wird.

14-18 Uhr – Vata = Kreativivtät, Beweglichkeit: Die Vata Zeit ist angebrochen und steht somit für alles Kreative, leichte, aktive. Beweglichkeit auch im Geiste. Nutze diese Zeit für kopflastige Arbeiten, für Hobbies, für alles, was deinen Geist beansprucht.

Nun bist du am konzentriertesten, hast die besten Einfälle und Lösungen für Probleme fallen dir leichter ein. Gehst du einem kreativen Hobby oder Beruf nach, werden die Ideen in großer Zahl kommen und du wirst sie leichter aufarbeiten, planen, einteilen und lösen können.

Vergiss aber nicht auf regelmäßige Pausen um dich zu erden, um Ruhe zu finden, damit dein Vata nicht überhand nimmt.

18-22 Uhr – Kapha = Ruhepause, Regeneration: Jetzt ist die Zeit für ein angenehmes Abendritual, das Ruhe bringt und auf den Schlaf vorbereitet. Versuche jetzt nicht mehr zu hektisch und aktiv zu sein. Entspanne dich und komm runter.

Wenn es sich einrichten lässt, verzichte jetzt auf anregenden Sport sondern wähle eher beruhigende Arten wie Yoga oder Stretching.

Die letzte Mahlzeit am Abend sollte nicht größer sein, als zu Mittag, um den Körper nachts nicht zu sehr zu belasten. Auch solltest du zu scharfes, fettes, saures bzw. schwer verdauliches vermeiden. Am besten schlüpfst du noch vor 22 Uhr ins Bett für eine stärkende und ausreichende Nachtruhe.

22-2 Uhr – Pitta = Gewebsaufbau, Energiegewinnung: Nach der Ayurveda Uhr ist es am besten, noch vor 22 Uhr zu Bett zu gehen. Ab dieser Zeit sammelt dein Körper neue Kräfte. Er erneuert sich. Er erneuert deine Zellen, dein Gewebe, deine Energie. Dein Stoffwechsel ist jetzt hochaktiv, aber davon bekommst du nichts mehr mit, wenn du selig im Land der Träume weilst.

Gönne deinem Körper die wohlverdiente Ruhe, damit er seiner Aufgabe nachgehen kann und du am Morgen zu 100 % ausgeruht, erholt und „runderneuert“ aufwachen kannst.

2-6 Uhr – Vata = Geistige Klärung, Energieverteilung: Zu dieser Zeit ist dein Geist nochmal sehr aktiv. Dies äußert sich gerne in wilden und lebhaften Träumen. Idealerweise stehst du morgens um die Zeit vor 6 Uhr auf (wenn machbar bei oder vor Sonnenaufgang) wenn die Vatazeit noch aktiv ist.

Du wirst schneller wach, bist klarer und geistig schneller fit. Du stehst leichter auf und kommst besser in die Gänge. Die Lebensgeister werden aktiviert und die Energie kann sich im Körper verteilen.

Stehst du später als 6 Uhr auf, werden schon die Kaphakräfte aktiv und du schaffst es schwerer aus den Federn. Du bist müde, schläfrig und wirr und die Müdigkeit will lange Zeit nicht aus den Knochen weichen.

Es kann sein, dass du noch keinen Hunger verspürst, da dein Agni noch auf Sparflamme läuft und erst selber in die Gänge kommen muss. Dein Körper beginnt sich zu reinigen und scheidet Giftstoffe aus, die dein System über Nacht herausgearbeitet hat.

Aus diesem Grund solltest du gerade Morgens deine Zunge reinigen, die Nase spülen, Öl ziehen, Zähne putzen und aufs Klo gehen. Unterdrücke bitte niemals – vor allem nicht morgens – deinen Stuhlgang.

Das Jahr

Achte im Jahreslauf immer darauf, deine Doshas auszugleichen. Vorsicht ist vor allem geboten in der Jahreszeit, die auch deinem Dosha bzw. deinen Doshas entspricht. Bist du zB ein Pitta Typ, versuche, im Sommer die größte Hitze zu meiden, dich regelmäßig abzukühlen durch äußere Anwendungen und richtige Ernährung, vermeide Stress und anstrengenden Sport.

Frühling und Frühsommer – Kapha (=1.2. bia 1.6.): Jetzt ist Kaphazeit, es ist feucht, matschig und noch kühl. Bei vielen Menschen äußert sich diese Zeit auch gerne in der Frühjahrsmüdigkeit. Du solltest nun dein Kapha reduzieren. Idealerweise ist deine Ernährung leicht, frischt, trocken, bitter und scharf.

In dieser Zeit sitzt der Schleim noch fest im Körper und es kann zu Nebenhöhlenentzündungen, Schnupfen und Erkältungen kommen. Vermeide süße, saure und salzige Lebensmittel, Milchprodukte, tierisches Eiweiß, Süßigkeiten, Weizenprodukte und Brot, da diese die Schleimbildung der Schleimhäute noch fördern können.

Da es für allzu kühlende Kleidung noch zu kalt sein kann, trage Temperatur-ausgleichende Kleidung aus zB Merinowolle. Vermeide allzu erdige, beruhigende Farben wie braun, grau oder schwarz und hülle dich in fröhliche, aufmunternde, aktivierende Farben wie Gelb, Rosa oder Mintgrün.

Jetzt ist die ideale Zeit um zu fasten und Reinigungs- und Entschlackungskuren durchzuführen. Über den Winter haben sich Giftstoffe und Schlacken in deinem Körper angesammelt, die du nun leichter loswerden kannst.

Gehe öfter raus, genieße die Sonne und tanke Energie. Der Winter war lang und dunkel, du brauchst jetzt das Vitamin D. Die frische Luft wird dir helfen dein Kapha zu regulieren, damit du nicht zu müde bist.

Wähle jetzt für deinen Diffuser oder dein Öllämpchen Zitrone und Grapefruit. Beide unterstützen den Entgiftungsprozess deines Stoffwechsels. Sie sind spritzig, erfrischend und aufmunternd und verhelfen dir zu neuer Energie.

Hochsommer und Frühherbst – Pitta (= 1.6 bis 1.10.): Passe deine Ernährung an und iss leichte, kühle, saftige Lebensmittel, süß und herb und meide salziges und saures.  Jetzt ist die Zeit für frisches, saftiges Obst und Salate sowie Rohkost.

Um nicht zu überhitzen, reguliert dein Körper dein Agni herunter, wodurch deine Verdauung schwächer wird. Du kannst daher ruhig zu schärferen Gewürzen greifen um der Verdauung etwas auf die Sprünge zu helfen.

Die Verlockung ist groß, eiskalte Getränke zu trinken. Da der Körper aber viel Energie benötigt, um sich danach wieder aufzuwärmen, wird es dir hinterher heißer sein als vorher. Daher widerstehe der Versuchung und trinke trotz sommerlicher Temperaturen warmes oder heißes Wasser. Zumindest zimmerwarm sollte es sein.

Trage leichte, kühlende Kleidung aus Naturmaterialien, zB Leinen und Seide, die dich nicht einengt und vermeide heiße Farben wie Rot, Terracotta, Orange oder Gelb. Wähle kühles Weiß, Türkis oder Blau.

Suche den Schatten, meide die pralle Sonne und erfrische dich wenn möglich. Vermeide alles was dich erhitzt, so auch hitzige Gedanken und Gespräche, Sport in praller Sonne, heißes Essen, Stress, usw.

Ein kühlendes Öl für den Sommer wären unter anderem Pfefferminze oder Rosmarin. Verdünne Sie mit einem Trägeröl und bewahre es im Kühlschrank auf. An heißen Tagen kannst du dir damit die Beine einreiben für einen Erfrischungskick zwischendurch. Sollte das schwüle Wetter auf deinen Kreislauf schlagen, kannst du dir davon ein winzige Menge auf die Schläfen auftragen und einmassieren. Es wird dir gleich besser gehen.

Spätherbst und Winter – Vata (= 1.10. bis 1.2.): Nun kommt alles zur Ruhe. Die trockenen Herbststürme und kaltes Wetter erhöhen die Vatakräfte. Iss jetzt warme Speisen, saftig und gerne etwas fetter. Wähle süßes, salziges und saures. Es ist die Zeit der Eintöpfe, Braten, Mehlspeisen und dicken Suppen.

Wähle Milchprodukte und kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Getreide. Vermeide bitteres und scharfes sowie kaltes Essen oder zu viel Obst und Salate. Du wirst merken, dass du zu dieser Jahreszeit mehr Hunger verspürst. Pitta ist jetzt am stärksten tätig um deinen Körper  zu wärmen und das kühlende Vata der Jahreszeit auszugleichen.

Vermeide jetzt alles, was dich zu sehr austrocknet. Setze dich nicht zu oft der Kälte oder dem Wind aus. Trinke viel (und vor allem warm oder heiß) und gönne deiner Haut tägliche Massagen mit warmen Sesamöl.

Suche die Wärme woimmer du sie findest. Wähle warme Farben wie Rot, Orange, Gold. Wenn du es verträgst, gehe in die Saune oder ins Dampfbad, setze ich dich in die Infrarotkabine oder mache es dir vor deinem Kamin gemütlich.

Die typischen Düfte (Öle) für den Winter sind zB Zimt und Orange, welche dich erwärmen und dein Gemüt erhellen. Wähle Eukalyptus für freies Atmen bei Erkältungen. Es wirkt abschwellend und tut den Bronchien gut.

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