Herz und Verstand
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Warum du nicht zu bescheiden sein solltest

Bescheidenheit ist eine Zier…

…doch weiter kommt man ohne ihr.

Stimmt!

Ein gewisses Maß an Bescheidenheit schadet niemanden. Das wird auch keiner abstreiten. Angeber, Prahler, riesige Egos mag keiner und bei deren Geschichten frage ich mich immer, wieviel davon jetzt der Wahrheit entspricht.

Aber es ist ein himmelhoher Unterschied zwischen einem Prahler und jemanden, der nicht in der Lage ist offen über seine Erfolge zu sprechen.

Warum ist es so schwer zu sagen: Danke für das Lob!

Ich war immer auf der „anderen“ Seite. Ich mochte es noch nie wenn sich alle Welt um mich dreht (Geburtstage sind noch immer besonders anstrengend) und versuche die Aufmerksamkeit so gut es geht zu vermeiden.

Das ging zum Schluss so weit, dass ich wohlverdiente Anerkennung nicht einmal mehr annehmen konnte. Habe ich im Job etwas ganz wunderbares geleistet? Aaaaach, das war doch nicht ich, das war doch das Team!

Sprach mich jemand auf ein besonders gelungenes Outfit an, habe ich es nie mehr angezogen aus Furcht (ja, inzwischen weiß ich auch wie bescheuert das klingt) es könnte mich noch jemand anderer drauf ansprechen.

Bewundernde Bemerkungen über gewisse selbst erlernte Fähigkeiten oder Erfahrungen? Häh? Ich doch nicht! Das kann doch jeder, vor allem wenn ich es kann.

Aber warum war es für mich so schwer, meine eigene Leistung an zu erkennen? Warum war es für mich so schwer, die Anerkennung anderer Menschen dankend und mit Freude und Stolz anzunehmen?

Falsche Bescheidenheit ist Gift für die Seele

Was ich mir selbst damit antat, habe ich lange Zeit nicht bemerkt. Oder vielleicht habe ich es auch bemerkt und war einfach nicht in der Lage etwas zu ändern, da das starke Gegengewicht, mein Selbstbewusstsein, das eigentlich dafür sorgen sollte dass sich Stolz und Bescheidenheit die Waage halten, einfach nicht vorhanden war.

Und damit kommen wir schon wieder zu dem Punkt, um den sich alles auf meinem Blog dreht: Selbstgefühl. Ohne geht es nicht. Ohne Selbstgefühl ist man nicht in der Lage seinen eigenen Wert zu erkennen.

Alles was zur Stärkung desselben beiträgt ist gut. Man kann niemals genug für sein Selbstgefühl tun, niemals genug daran arbeiten.

Seit ich mehr Selbstgefühl und Selbstbewusstsein aufgebaut habe, bin ich fähig meine eigene Leistung richtig einzuschätzen. Ich weiß jetzt, was es wert ist. Auch im Vergleich zu anderen.

Wenn etwas gut ist, ist es gut.

Und dieses Gute habe ich getan. Mit meinem eigenen Hirn, meinen eigenen Händen, meinem eigenen Herz. Sagt mir das jemand, kann ich mich inzwischen sehr darüber freuen und mit einem stolzen „Danke!“ antworten.

So viele verpasste Chancen

Was viele übersehen: ist man zu bescheiden verschenkt man so viele gute Gelegenheiten. Stellt man permanent sein Licht unter den Scheffel, wie um alles in der Welt sollen andere dann erkennen was man kann?

  • Wie bitte soll der Chef erkennen, das man selbst um so viel besser geeignet wäre für die Beförderung, als der Kollege?
  • Wie sollen andere erkennen, wie viel harte Arbeit und Wissen man in ein Projekt gesteckt hat, wenn man dauernd sagt: acht, das ist doch gar nichts. Oder: ach, das ist doch einfach.
  • Wie soll man bei einer Bewerbung die nötigen Chancen bekommen, wenn man nicht von sich erzählt?
  • Wie sollen Kunden erkennen, das die eigene Firma besser ist als die Konkurrenz?
  • Wie soll die nette Nachbarin checken, das man sie mag und gerne eine Freundschaft schließen würde?
  • Wie der hübsche Mann erkennen, dass man doch ein ziemlich guter Fang wäre (denn einfangen muss man sie trotzdem immer noch mit der Persönlichkeit!)?

Ich musste es auf die harte Tour lernen

Habe viele Chancen verschenkt, für die ich mir immer noch in den Hintern beißen könnte. Habe viele Menschen nicht kennengelernt, vieles nicht unternehmen können.

Habe mit Neid auf alle anderen geblickt, die meine Chancen genutzt haben, einfach weil sie sich besser verkauft haben oder, noch schlimmer, weil ich ihnen meine guten Leistungen untergeschoben habe, weil ich nicht in der Lage war, selbst die Anerkennung dafür anzunehmen.

Und ja, es ist Scheiße und hat oft verdammt weh getan. Aber jetzt weiß ich es besser. Ich verkaufe mich nicht mehr unter Wert und werde es nicht mehr akzeptieren, das andere mein Lob einheimsen bzw. es ihnen von mir aufgedrängt wird.

Fazit:

  • Lobt euch selbst wenn es sonst keiner tut
  • Nehmt ehrliches Lob an ohne euch zu rechtfertigen, wie das Ergebnis zustande gekommen ist
  • Freut euch darüber, denn nur euer Einsatz und eure harte Arbeit hat diese Blüten hervorgebracht.
  • Erzählt anderen von euren Erfolgen
  • Seid nicht zu bescheiden, mindert nicht euren Erfolg durch abschwächende Aussagen wie: Ach, das war doch gar nichts.
  • Erkennt euren Wert: schließlich musstet ihr lange lernen, um euer Wissen zu erlangen. Musstet jahrelang schuften, für die heutige Weisheit. Musstet vielleicht auch finanzielle Mittel aufwenden, um den aktuellen Stand der Dinge zu erreichen.
  • Nutzt eure Chancen, denn die meisten von ihnen kommen nur einmal im Leben.

xo

Angie

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