Bist du der Boss? Dann sei ein Vorbild

By Angelika Stranger | Finanzen/Karriere

Sep 04

Ich gehe durch die Halle und sehe: einen einzigen Sauhaufen. Dreck am Boden wohin man schaut, verschmutzte – nicht mehr ganz vollständige – Werkzeugkästen.

Defekte Geräte.

Öl rinnt die Ablagen hinunter.

Der Boden: zugemüllt.

Die Mitarbeiter? Sehen aus, als wären sie in letzter Sekunde einer Ölkatastrophe entkommen.

Ich setze meinen Weg fort durch das Teilelager, wo sich munter plaudernd ein Haufen Arbeiter zum Kaffee trifft und mich ignoriert.

Nein. Das stimmt nicht. Sie haben mich schon zur Kenntnis genommen, aber sie grüßen nicht. Keiner von Ihnen.

Schließlich finde ich den Weg in ein verstopftes Büro.

Stapel an Dokumenten türmen sich bedrohlich auf den Schreibtischen.

Irgendwo an einem hinteren Tisch steigt ein Rauchwölkchen auf.

Brennt es?

Nein. Der tapfere Buchhalter hat sich gerade eine angepafft. Eine hektische Empfangsdame schießt in Freizeitkleidung an mir vorbei.

Mein Weg? Führt weiter zum Chef in sein Büro. Aber wo kann er bloß sein?

Ah, dahinten sehe ich einen Haarschopf über einen Papierberg ragen. Ich hoffe, ich finde den Weg zu ihm durch die am Boden abgestellten Archivkisten und Kartons mit Weihnachtsdeko, Giveaways und Büromaterial.

Aber eigentlich will ich diesen Weg gar nicht mehr gehen

Was ich bis jetzt gesehen habe, reicht mir für mein Urteil.

Von dieser nicht sehr besonderen Firma habe ich nichts sehr Besonderes zu erwarten.

Ich drehe um und verschwinde.

Zur Konkurrenz nämlich, die zwar nicht gleich ums Eck ist, aber dafür ordentliche Produktionshallen hat, freundliche Mitarbeiter, gepflegtes Empfangspersonal und saubere Räumlichkeiten.

Wo nicht geraucht wird (Hallo Jahr 2018) und der Chef einen serösen, gepflegten Eindruck hinterlässt.

Was bleibt vom ersten Besuch?

Der erste Eindruck ist der wichtigste und einprägsamste. Versaust du den ersten Eindruck, ist es ziemlich schwer, einen Kunden dennoch ins Boot zu holen.

Es kostet dich vieles mehr an Energie, Geld und Zeit um ihn davon zu überzeugen: er möge doch bitte über die schlampige Oberfläche hinwegsehen und auf das Ergebnis blicken.

Aber wie wird dieses Ergebnis ausfallen?

Wenn ich ein schlampiges Büro sehe, denke ich sofort an schlampige Mitarbeiter.

Schlampige Mitarbeiter = schlampige Arbeit.

Schlampige Arbeit = schlampiges Ergebnis.

Und dafür gebe ich, als Kunde, kein Geld aus. Oder wenn schon, dann um einiges weniger als ich für ein “saubere” Arbeit ausgeben würde.

Und das ist auch der Knackpunkt:

Potentielle Kunden geben für die gleiche Ware mehr Geld aus, wenn sie und der dazugehörige Service ansprechend verpackt sind.

Stell dir folgendes Beispiel vor: du besuchst zwei Wirtshäuser. Eines sauber und eines dreckig. Und in beiden isst du genau dieselbe Speise.

In welchem Wirtshaus wird es dir wohl besser schmecken? Bingo.

Ich wette, im sauberen Gasthaus. Auch wenn die Qualität bei beiden die gleiche war.

Das Umfeld macht einen großen Teil an der empfundenen Qualität aus. Du lieferst nicht nur die Ware, nicht nur die Dienstleistung. Sondern ein Gesamtpaket.

Warum denkst du, sind die Produkte von teuren Marken in so wunderbaren Verpackungen?

Die Verpackung ist oft teurer als da Produkt selbst und es fließen Milliardenbeträge in die Erforschung, wie man noch schöner verpacken kann. Damit es die Kunden noch mehr anspricht.

Und du bist bereit, diesen Mehrpreis zu bezahlen. Denn es vermittelt Qualität.

Die Optik vermittelt die Qualität.

Die Qualität an sich kannst du erst später herausfinden, wenn du das Produkt ausprobierst. Kaufen wirst du es nur aufgrund des ersten Eindruckes.

Ein teures Produkt in einer ramschigen Schachtel wird dich nie so vom Hocker reissen, wie dasselbe Produkt in einer exklusiven Box.

Und auch wenn das Produkt in der billigen Verpackung den gleichen Nutzen hat, wirst du es höchster Wahrscheinlichkeit nach nicht kaufen, weil es den Eindruck vermittelt, billig – also von minderer Qulität – zu sein.

Das ist das Gesamtpaket. Der Gesamteindruck. Das ist das, was du verkaufst. Mit der Qualität deines Angebotes musst du die Kunden dann natürlich später noch beeindrucken. Aber du verkaufst zuerst dein Image.

Aus den Augen aus dem Sinn?

Dasselbe gilt auch für deinen Onlineauftritt.

Nur weil du kein reales Büro hast, heißt das nicht, dass du jetzt tun und lassen kannst was du willst.

Nur weil niemand sieht, wie du deine Arbeit im Pyjama auf der Couch von zu Hause aus erledigst (was übrigens auch nicht die beste Wahl ist, aber darauf gehe ich in einem anderen Artikel ein), muss dein Onlineauftritt nicht nach “Pyjama-Couch-Netflix” aussehen.

Sieh zu, dass dein Onlineauftritt sauber ist. Ordenlich, nicht zu überladen. Alle Infos an ihrem Platz und übersichtlich.

Achte auch bei deiner Internetpräsenz auf eine gute, “teure” Optik, die Wert vermittelt.

Animierte Weihnachtsmänner und Katzenbilder haben auf deinem seriösen Blog (oder anderweitigem Internetauftritt) nichts verloren. Genausowenig wie private Bilder aus dem Gastgarten oder Geplänkel mit deinen Freunden in den Kommentaren.

Du allein bist dafür Verantwortlich, wie es in deinem Betrieb aussieht

“Der Fisch beginnt beim Kopf zu stinken”. Ich liebe dieses Sprichtwort. Es ist witzig und beschreibt so treffend, was ich dir sagen will:

Ist der Chef selber nicht ordentlich, werden es seine Mitarbeiter auch nicht sein.

  • Du erziehst deine Mitarbeiter.
  • Du lebst ihnen vor, was du für dein Unternehmen im Sinn hast.
  • Welche Werte du vertrittst, für was dein Unternehmen einsteht.
  • Du prägst das Mindset deiner Mitarbeiter. Dein Auftritt ist Teil dieser Prägung.

Ein mir bekanntes Umwelttechnik Unternehmen hat ein Kreativzentrum für seine Angestellten eingerichtet. Mit riesiger Couchlandschaft, Fernseher, Whiteboards, Arbeitsmaterialien, Konferenztischen und Terrasse mit eigenem Griller.

Alles, damit sich die Mitarbeiter zusammensetzen und gemeinsam reden. Um gemeinsam auf Ideen zu kommen.

Alle Mitarbeiter sind ausnahmslos adrett gekleidet. Sie sind innovativ und erschaffen selbständig Ideen, wie sie diesen Betrieb noch weiter bringen können.

In diesem Unternehmen ist es auch außerordentlich sauber. Die Mitarbeiter sind ausnahmslos freundlich, höflich und hilfsbereit. Sofort fragt einer, ob er helfen kann.

Diese Mitarbeiter leben diese Prägung, die sie von ihrer Chefin übernommen haben. Sie finden es total super, welche Werte ihr Unternehmen vertritt und halten sich daran.

Keiner käme von sich aus auf die Idee die Akten der letzten 12 Monate auf seinem Schreibtisch zu sammeln oder in Jogginghosen zum Dienst zu erscheinen.

Weil ihre Chefin es ihnen so vorlebt.

Die ganze Erscheinung der Chefin und des Betriebes ist auf gewisse Werte ausgerichtet, die von den Mitarbeitern übernommen werden.

Du als Chefin bist dafür zuständig, dass dein Betrieb ordentlich ist, dass deine Mitarbeiter freundlich sind und fokussiert ihre Arbeit erledigen können.

Es gibt nichts unseriöseres, als ein dreckiges Umfeld.

Seriöser Umgang mit Daten

Ich als Kunde wünsche mir, das mit meinen Daten und Akten ordentlich umgegangen wird. Vor allem, wenn es heikle Daten sind wie Zahlungsoptionen, Konten oder private Angaben.

Stapeln sich diese offen zugänglich auf Schreibtischen, ist die Gefahr groß, dass jemand einen Blick riskiert. Es könnte jeder diese Daten beim Vorbeigehen einsehen, wenn sie offen daliegen.

Deine Regeln

  • Sei ein Vorbild
  • Achte auf ein sauberes gepflegtes Äußeres
  • Höfliche Ausdrucksweise
  • Eine ordentliche Arbeitsumgebung
  • Gute Manieren und Umgansformen

Dann werden es deine Mitarbeiter dir nachtun. Weil sie wissen, um was es in diesem Betrieb geht.

Sie erkennen deine Grundwerte als Chefin sofort an und akzeptieren sie.

Du brauchst noch mehr Gegenmaßnahmen? Bitte schön:

  1. Ein Vorbild sein Nr.1: selber tadellos gekleidet sein (soll heißen: sauber, gepflegt, nicht zerknittert, seriös, ordentlich frisiert, gewaschen). Du musst nicht jeden Tag einen Anzug tragen, aber eine gepflegte Hose oder Rock oder Kleid, je nach belieben, ist völlig in Ordnung. Es darf auch ruhig bunt sein und du kannst trotzdem deinen Stil ausdrücken. Aber bitte keine Fan T-Shirts, Schlabberpullis, Jogginghosen oder Leggings.
  2. Ein Vorbild sein Nr. 2: Sei höflich. Ja, auch zu den Lehrlingen. Zu allen Mitarbeitern. Auch wenn du die Chefin bist: grüße jeden! Auch wenn du die erste bist, die grüßt.
  3. Ein Vorbild sein Nr. 3: Sei organisiert und ordentlich, genauso wie du es von deinen Mitarbeitern verlangst. Wenn ein Mitarbeiter nicht weiß wie er sich verhalten soll, muss ihm ein Blick in dein Büro genügen und er weiß was er zu tun hat. Das meine ich mit Vorbild! Ein Blick auf dich und ein Blick auf dein Büro sollte wie ein Lexikon sein, das dem Angestellten sofort vermittelt, was gewünscht ist.
  4. Du musst deinen Mitarbeitern klipp und klar mitteilen, was du von ihnen erwartest
  5. Nicht sparen an guten Ablage- und Verstaumöglichkeiten
  6. Zwei fixe Zeitpunkt am Tag vereinbaren, an dem alle Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz aufräumen müssen (es bieten sich dabei die Zeit vor der Mittagspause und vor Arbeitsschluss an)
  7. Eine gute Putzfrau einstellen, die auch täglich! kommt
  8. Nach Möglichkeit ein papierloses Büro einführen. Oder so papierlos wie möglich.
  9. Die Mitarbeiter über ein gutes EDV- und Zeitplanungstool vernetzen. So ersparst du  viel unnütze Dokumentation (und Papier).
  10. Arbeitsabläufe und Produktionsstraßen so effektiv wie möglich planen, um unnützen Müll oder Papier zu vermeiden
  11. Die Mitarbeiter müssen höflich sein! Alle: die Putzfrau, die Lehrlinge, die Vorstandsetage. Alle.
  12. Einen Kleidungskodex einführen: Niemand erscheint in Freizeitklamotten (aka Jogginghosen, Leggings, usw.)

So vermittelst du dem Kunden schon beim ersten Besuch einen Eindruck, von der sauberen, qualitativ hochwertigen Arbeit die du anbietest.

Fazit

  • Sein ein Vorbild
  • Tue selbst, was du von anderen verlangst
  • Verkaufe dein Image, nachhaltig beeindrucken wirst du den Kunden dann später mit der Qualität
  • Trage dich für meinen Newsletter ein

xo

Angelika

 

 

 

 

 

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