Serie Opfer – Retter – Macher – Heilige // Teil 2: Retter

By Angelika Stranger | Mindset/Persönlichkeit

Apr 17

“Lighthouses don’t go running all over an island looking for boats to save; they just stand there shining.“

Anne Lamott

Herzlich Willkommen zu meiner neuen Serie Opfer – Retter – Macher – Heilige. In dieser Serie versuche ich die häufigsten Menschentypen, die mir so in meinem täglichen Leben begegnen, zu durchleuchten. Heute, im zweiten Teil, stelle ich dir den Retter vor.

Was ist ein Retter?

Es gibt Menschen, die fühlen sich für die ganze Welt verantwortlich. Die Probleme der anderen werden zu den eigenen Problemen, die gesamte  Energie wird für die (vermeintliche) Lösung derer Probleme vergeudet (siehe auch: Mitgefühl vs. Mitleid)

  • Alle Tränen werden für das Los anderer vergossen und alle Gedanken für deren Leid blockiert.
  • Sämtliche Arbeitskollegen der adretten Dame auf dem Hundeabrichtplatz, die Cousine dritten Grades der Nachbarin aus dem fünften Stock, das gesamte Nachbardorf 50KM weiter, der Taxifahrer am Bahnhof in der Hauptstadt. Sie alle werden bedacht und deren Schicksal bedacht, betrauert und gelöst.
  • Sie sind die Anlaufstelle für jeden, der irgendetwas will oder braucht. Der Retter wird es schon erledigen. Der Retter wird schon Bescheid wissen. Der Retter wird es schon haben.
  • Retter werden nur allzuoft ausgenutzt, ob bewusst oder unbewusst.
  • Sie fühlen sich schuldig, wenn sie einmal jemanden nicht helfen können. Ein Nein bereitet ihnen Ungemach und seelische Qual.
  • Sie sind der Meinung, die Lösung für alle Probleme der Menschheit zu haben
  • Sie sind immer da,  auch wenn diese Hilfe gar nicht erwünscht ist.
  • Hilfe gibt ihnen ein gutes Gefühl und sie fühlen sich dadurch stolz und gebraucht.

 

Wie geht man mit einem Retter um?

Oftmals verfügen die Retter über ein riesengroßes Herz. Es sprudelt über vor Liebe, Freundschaft und Empathie. In diesem Überschwang der Gefühle lassen sie sich gerne dazu hinreißen, zu großzügig mit ihrer Hilfe zu sein.

  • Hilf ihnen dabei den Unterschied zu erkennen, zwischen denen, die wirklich Hilfe brauchen und denen, die einfach nur Jammerer sind (siehe auch den ersten Teil der Serie: das Opfer).
  • Gib ihnen auch mal die nötige Portion Realität. Viele dieser Helfertypen stürzen sich blauäugig in ein neues „Hilfsprojekt“ und übersehen dabei komplett, wie groß es in Wirklichkeit ist. Wieviel Energie und Zeit es verschlingen kann.
  • Stecken Sie schon in so einem Projekt, hilf ihnen die Reißleine zu ziehen und da wieder rauszukommen.
  • Echte und ernstgemeinte Hilfe ist Goldes wert. Aber wenn sich diese Menschen selbst aufopfern und auszehren für andere, bringt es nichts. Man sollte schon noch zuerst auf sein eigenes Leben achten.
  • Hilf ihnen dabei zu erkennen, wenn sie ausgenutzt werden.
  • Hilf ihnen dabei, ihren Selbstwert zu stärken. Sie sollen erkennen, dass sie auch so genug Wert sind, auch wenn sie einmal Nein sagen.

Bist du selber ein Retter?

Dann denke immer vor einem Rettungsversuch über folgende Punkte nach: 

  • Ist meine Hilfe erwünscht?
  • Kann ich trotz allem noch die nötige Distanz wahren?
  • Vergesse ich dabei nicht auf die, die mir am Nächsten stehen?
  • Leidet meine Beziehung zu meinen Liebsten darunter, wenn ich mich für andere verbrauche?
  • Leide ich selbst darunter?
  • Habe ich trotzdem noch genug Energie, um mich um meine eigenen Belange zu kümmern?

Kannst du alle diese Punkte mit einem Ja aus ganzem Herzen beantworten, dann steht dir nichts mehr im Wege. Ist vielleicht ein oder mehrere (bitte ehrliche) Nein dabei, dann überleg es dir nochmal.

Ich hoffe ihr seid nächste Woche wieder dabei wenn es um den Macher geht.

xo

Angelika

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  • Oh je…. da fühle ich mich ganz schön ertappt! Schließlich habe ich sogar ein ganzes Studium durchgezogen, das eigentlich nicht zu mir passt, nur um diesem Drang anderen zu helfen, nachzugeben. Aber ich merke auch, dass ich immer mehr lerne, da besser auf mich zu achten.

    • Angelika sagt:

      Liebe Cora, danke für dein Ehrlichkeit. Ich bin auch ein Retter Typ und habe meine Energien viel zu oft komplett ausgeleert für andere. Aber, so wie du, bin ich auf dem besten Weg zu lernen, mehr darauf aufzupassen. Der erste Schritt zur Besserung ist ja immer die Selbsterkenntnis 🙂

  • […] dazu meine Serie Opfer – Retter – Macher – Heilige Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil […]

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