Das schlechte, soziale Gewissen und was du dagegen tun kannst

By Angelika Stranger | Inspiration/Tipps

Mai 03
Mutter Theresa schlechtes soziales Gewissen Hilfe Armut

Die liebe Christiane von gesunde-erbsen.com hat vor einiger Zeit diesen wunderbaren Artikel auf ihrem Blog zum Thema Überfluss veröffentlicht.

Dieser Artikel beschäftigt mich sehr, da dies ein Problem ist, mit dem ich schon seit langer Zeit zu kämpfen habe.

Das schlechte Gewissen gegenüber “den Armen”

Ich versuche mich ja jederzeit weiterzubilden, viel zu lesen und offen für Neues zu bleiben. Unausweichlich stösst man dabei immer auf das Thema der Armut in anderen Weltgegenden.

Da ich in diesem Bereich sehr sensibel bin, habe ich natürlich auch mit diesem Thema ein Problem. Irgendwie fühle ich mich bei allen “westlichen” Tätigkeiten schuldig.

Schuldig für…

  • fließendes Wasser
  • elektrisches Licht
  • meine Pflegeprodukte im Bad
  • meine Bestellungen über das Internet
  • meinen vollen Kühlschrank
  • die extra Fahrt in den Supermarkt, weil ich die Milch vergessen habe
  • meine Luxus-Gedanken zum Thema Ernährung und was “besser” ist: Ayurveda, vegan, vegetarisch, basisch, usw.
  • die extra Euro die ich für irgendeinen Tand im Geschäft ausgegeben habe
  • die große Auswahl an Kleidern in meinem Schrank
  • meinen yogischen Lebensstil: Yoga (welche Yogaart passt besser), Meditation, Achtsamkeit, Bücher, Karten, Öle, Räucherungen, usw.
  • mein Jammern auf hohem Niveau, wenn ich mal die Gala Äpfel kaufen muss weil  es meine Fuji nicht gibt
  • die Tatsache, dass wir zwei Autos haben
  • das ich in einem großen Haus lebe
  • dass ich so viel Freizeit habe

Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen.

Was ist meine Alternative?

Was kann ich dagegen tun? Damit habe ich mit in den letzten Wochen und Tagen intensiv auseinander gesetzt. Die erste Option die mir eingefallen ist : Spenden! Eine gute Option, wenn man die richtigen Organisationen auswählt, aber nicht die einzige.

Wie es auch schon Christiane beschreibt, übe ich mich auch weiterhin in bewusster Dankbarkeit. Ich praktiziere Achtsamkeit und versuche jede einzelne Sekunde zu schätzen, was ich alles habe.

Auch achte ich beim Einkauf meiner alltäglichen Produkte und Waren auf eine gute, saubere Herkunft ohne Ausbeutung, Verschmutzung oder Quälerei.

Ich bin mir jedoch auch bewusst, dass ich die Armut in anderen Ländern (nicht mal im eigenen Land) auf die schnelle und alleine ändern kann. Und mein schlechtes Gewissen oder Verzicht ändert daran auch nichts.

Aber ich kann auf menschlicher Ebene helfen. Ich kann nicht Mutter Theresa sein (die mir übrigens ein großes Vorbild ist, auch wenn ich keine Katholikin bin). Aber ich kann versuchen, ein paar Kleinigkeiten von Mutter Theresa zu übernehmen. Sie sagte zum Beispiel:

  • “Auch wenn man nicht alles tun kann, sollte man doch die Dinge, die man tun kann, mit außerordentlicher Liebe tun.” Du muss nicht nach Indien fahren um im Nirmal Hriday deinen freiwilligen Dienst zu verrichten. Es reicht schon, wenn du kleine Dinge mit großer Hingabe erledigst (zB die alte Frau, die sonst ihre Einkäufe 2 Kilometer zu Fuß nach Hause schleppen müsste, mit dem Auto nach Hause fahren, oder mal die Kinder der alleinerziehenden Nachbarin betreuen).
  • “Die größte Krankheit auf dieser Welt, ist nicht die Armut sondern die Einsamkeit.” Vielleicht kannst du Menschen, denen es ohnehin nicht gut geht, wenigstens deine Aufmerksamkeit schenken?  Einsamkeit ist in unserer westlichen Welt ein noch viel größeres Problem, als es zum Beispiel in Indien ist (natürlich gibt es das Problem dort auch). Bei uns gibt es die großen Familien- und Dorfverbände nicht mehr. Jeder lebt in seiner eigenen Welt, in seiner Wohnung oder im Altersheim. Man hat oftmals keine Zeit mehr zum reden oder für Besuche (oft scheut man diese auch, weil man nicht weiß, was man reden sollte). Und die pflichtbewussten Statusmeldungen zu den Feiertagen machen einen einsamen Menschen auch nicht glücklich. Versuche Nähe und Aufmerksamkeit zu schenken, die direkt aus deinem Herzen kommt.
  • Man muss nicht in bestimmte Länder reisen um zu helfen. “Die größte Not herrscht oft in der eigenen Familie oder direkten Nachbarschaft.” Zeit haben für alte Menschen, Lebensmittel spenden in unseren Geschäften, mal im Obdachlosenheim aushelfen, die Hausaufgabenbetreuung für Asylantenkinder übernehmen usw.
  • “Gott hat die Armut nicht erschaffen, sondern du und ich. Weil wir nicht teilen.” Vielleicht kannst du teilen was du hast? Kleider nicht wegwerfen sondern in Tauschbörsen anbieten oder einfach der ärmeren Familie in deinem Dorf schenken (ich hatte zum Beispiel früher einen Bekannten aus Rumänien, der bei Heimatbesuchen gerne Kleidung mitnahm und zu Hause verteilte, vielleicht findest du auch so eine Connection)? Oder beim Kuchenbuffett im Kindergarten einfach zwei Kuchen zu bringen, damit die Familie mit weniger Geld entlastet ist? Oder mal dem Nachbarjungen den Eintritt ins Freibad schenken, damit er am Schulausflug teilnehmen kann? Es gibt so viele Möglichkeiten zu teilen. Nicht nur Geld. Sondern Zeit, Wissen, Gebrauchsgegenstände, Hilfe, Kleidung, Essen, usw.
  • “Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.” Schenke dein Glück. Lächle auch den Fremden an, versuche ihn oder sie zu integrieren, wenn er sich selbst damit schwertut. Auch kleine, sanfte Berührungen, zb am Arm oder Schulter, vermitteln ein Gefühl der positiven Nähe. Biete deine Hilfe an. Höre zu und versuche zu verstehen.

Das waren bist jetzt meine Erkenntnisse zu diesem Thema. Wenn mir noch etwas einfällt, werde ich diese Liste selbstverständlich erweitern.

Wie handhabst du das? Hast du noch Ideen? Fällt dir noch ein Tipp ein, wie man mit diesem Ungleichgewicht in der Welt am besten umgeht?

xo

Angelika

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