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Erkenne deine Trigger

Erkenne deine Trigger

Bist du gerade dabei dich zu verändern (hoffentlich zu mehr Selbstgefühl), wirst du früher oder später einen Rückfall erleiden.

Das ist kein Problem. Wenn es so weit ist, erkenne die Situation an und starte am nächsten Tag wieder neu durch. Mache dir auf keinen Fall Vorwürfe und hege keine Selbstzweifel. Auf dem Weg zu neuen Gewohnheiten ist es normal, kurzzeitig wieder in alte Muster schlüpfen zu wollen.

Passiert dies jedoch allzu oft, gefährden deine Rückfälle deinen Fortschritt. Dann hat es  Sinn einmal genauer über die eigenen Trigger (= Auslöser) nachzudenken. Aber auch so ist es nie verkehrt, sich über den inneren Schweinehund im Klaren zu sein.

Als Hilfe oder Richtungsweiser hier meine Trigger:

  • Stress
  • zu wenig Ruhe, zu wenig Zeit für mich selbst
  • Lärm
  • Langeweile
  • Druck durch eine Gruppe / „Gruppenzwang“
  • Medien (vor allem Internet)
  • gewisse Personen
  • gewisse Lebensmodelle bzw. Einstellungen zum Leben
  • gewisse Lebensmittel (zB Zucker und Fett)
  • Durst und Hunger

Ich habe einige meiner Trigger enttarnt und versuche sie, so gut es geht zu vermeiden. Kann ich sie nicht vermeiden, organisiere ich bereits im Vorfeld Gegenmaßnahmen.

zB:

  • Wenn ich weiß, ich habe an einem oder mehreren Tagen keine Zeit um gesundes zu kochen, muss ich einige Tage vorher vorkochen. Auch schaue ich, dass ich immer gesunde Snacks und Knabbereien im Kühlschrank habe. Es widerspricht zwar den Regeln des Ayurveda, aber in diesem Fall ist mir Stressreduktion wichtiger.
  • Weiß ich, dass mich eine stressige Woche erwartet, stehe ich morgens eine Stunde früher auf um Zeit für meine Rituale zu haben. Auch plane ich im Gegenzug am Wochenende nichts ein.
  • Ich vermeide gewisse Personen komplett. Ist ein Treffen unvermeidbar, beruhige ich mich vorher mit einer Meditation von Osho: ich sage mir innerlich immer wieder das Mantra „Friede mit diesem Menschen“ auf. Das geht überall. Im Auto, im Zug, im Büro, im Restaurant.
  • Als Pitta-Vata Typ muss ich darauf achten, immer genug zu trinken und 3 regelmäßige Mahlzeiten am Tag zu mir zu nehmen. Ich achte daher darauf, Zeit dafür einzuplanen oder vorzukochen. Auch in stressigsten Zeiten lasse ich keine Mahlzeit ausfallen.
  • Ist es laut, weil wir zB Party feiern, nehme ich mir am nächsten Vormittag eine „Lärm-Auszeit“. Dann brauche ich kein Radio, keinen Fernseher, kein Handy, keinen Gesprächspartner. Gerne sitze ich dann in völliger Stille am Tisch und genieße die Ruhe bei einem Kaffee.
  • Ich vermeide Zucker und Fett so gut es geht.
  • Ich achte darauf, täglich meine Rituale einzuhalten. Ich habe eines für den Morgen und eines für den Abend. Diese Zeit für mich ist mir heilig und ich achte darauf, dabei nicht gestört zu werden. Dafür nehme ich es in Kauf früher aufzustehen oder Abends damit zu warten, bist meine zwei Jungs im Bett sind.
  • Ich achte darauf, was ich an Medien konsumiere. Ich lese viel, aber selektiv, sehe nur gewisse Programme im Fernsehen und meide im Internet gewisse Seiten. Vor allem Beauty- und Modemagazine, Klatsch und Tratsch, Lügen, Kitsch, Schadenfreude und Bloßstellungen vermeide ich.
  • Ich ernähre mich nach den Prinzipien des Ayurveda und versuche sie täglich einzuhalten. Die große Ausnahme in meinem Fall ist, dass ich gerne Mahlzeiten vorbereite, wenn es die Zeit nicht anders zulässt.

Natürlich habe ich nicht für alle Situationen die Ideallösung. Zum Beispiel kann ich es nicht verhindern, täglich mit komplett konträren Meinungen zum Leben konfrontiert zu werden. Aber auch da hilft mir das Mantra „Friede mit diesem Menschen“, Yoga und meine diversen Meditationen.

Deine Übung:

Achte in den kommenden Wochen genau darauf, wann du Rückfälle erleidest oder gewissen, negativen Eigenschaften frönst.

  • Wann reagierst du aggressiv?
  • Wann bist du gestresst?
  • Wann isst du zuviel vom Falschen?
  • Wann fühlst du dich selbst nicht mehr wohl?
  • Wann magst du dich nicht? Warum bist du nicht mehr zufrieden mit dir?
  • Für was hast du dich entschuldigt und warum?
  • Warum konntest du dich selbst nicht akzeptieren?
  • Warum hast du dich mit jemand anderen verglichen? Wie hast du dabei abgeschnitten? Wie hast du dich dabei gefühlt? War es unbedingt nötig?
  • Warum hast du dich gerechtfertig oder verteidigt?
  • Wieso bist du in die Vergangenheit abgestürzt?
  • Führst du im Gedanken Gespräche mit anderen?
  • Wieso bist du so müde oder erschöpft?
  • Wann hast du zum letzten Mal deine Rituale eingehalten? Und warum nicht?
  • Hast du ordentlich gegessen und genug getrunken?
  • Hast du dich selbst verleugnet um anderen zu gefallen? Warum?
  • Wem bist du begegnet?
  • Was hast du heute getan?
  • Was war los im Job?
  • Wie war der Verkehr? Das Wetter? Die Jahreszeit?

Beobachte dich selbst

Was sind die Auslöser? Denke genau nach. Du hast dich einer Zuckerorgie hingegeben. Du hattest das Gefühl es zu brauchen. Was ist passiert? Wen hast du an diesem Tag getroffen? Was hast du gemacht bzw. nicht gemacht?

Zu Beginn dieser Übung wird es dir vielleicht noch schwer fallen, die Dinge in Zusammenhang zu bringen. Aber je öfter du sie machst, umso einfacher wird es. Du wirst mit der Zeit die Zusammenhänge immer besser erkennen und verstehen lernen.

Am Anfang ist es nicht verkehrt, ein Notizbuch zu führen. Notiere darin deinen Tag. Was du gegessen hast (alles!), wen du getroffen und was du getan hast, wann du aufgestanden bist, wie das Wetter war, der Mond, dein Zyklus, die Arbeitskollegen.

Auch Dinge, an die du erst gar nicht denken würdest. Ich habe eigentlich nie daran gedacht, dass meine Launen von meiner Nahrung abhängig sein könnten. Aber inzwischen weiß ich, dass ich einfach gesund und regelmäßig essen muss. Zucker, Fett  und ausgelassenen Mahlzeiten machen mich aggressiv und launisch.

Alles beeinflusst dich

Darum ist es wichtig, auch alles aufzuschreiben. Bis ins kleinste Detail. So erhältst du ein Bild vom großen Ganzen. Eine Landkarte mit vielen Querverweisen auf deine Stimmung und dein Verhalten.

Bist du erst einmal geübter darin, deine Auslöser zu identifizieren, brauchst du dein Notizbuch wahrscheinlich nicht mehr. Du kannst dich ab jetzt auf dein Gefühl verlassen. Wenn du deine Trigger erstmal enttarnt hast, kannst sie auch vermeiden.

Kannst du sie nicht vermeiden, überlege dir Ausgleichsmaßnahmen dafür. Auf jeden Fall kannst du jetzt gezielter steuern, was mit deiner Energie passiert. In welche Bahnen du sie lenkst und wieviel du davon behalten und nutzen kannst.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei.

xo

Angelika

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