Frag nach, wenn es jemandem schlecht geht

By Angelika Stranger | Mindset/Persönlichkeit

Mai 24
frag nach wenn es jemandem schlecht geht

Pausenlos höre ich den Satz: „Warum soll ich mich einmischen? Wenn es wem schlecht geht, wird er schon kommen und es mir erzählen.“

Ehrlich gesagt, finde ich diesen Satz ganz schön abwertend. Er vermittelt in meinen Ohren nur Desinteresse. „Nur ja nicht nachfragen, ich habe genug zu tun. Wenn er/sie was will, muss er/sie schon zu mir kommen.“

Ziemlich viele Menschen sind aber nicht der Typ, der einfach kommt. Da sie sich nicht trauen, dir keine Umstände bereiten wollen oder dich nicht mit ihren Problemen belästigen wollen.

Aber gerade diese Personen brauchen den Zuspruch. Sie benötigen aber eine Einladung um sich zu öffnen. Von sich aus werden oder können sie es nicht tun. Sie jetzt deshalb mit ihren Problemen allein zu lassen, finde ich nicht in Ordnung.

Vor allem Kinder sind „Nebenbei-Sprecher“

Es ist für sie einfacher wenn sie nicht der direkte Mittelpunkt eines Gespräches sind, sich aber trotzdem öffnen können. Deshalb sprechen Kinder gerne Probleme neben anderen Tätigkeiten an. Sie tun sich leichter, wenn z.B.  nebenbei das Geschirr gespült wird und die scheinbare Hauptaufmerksamkeit auf dem Abwasch liegt.

In dieser entspannten und nicht fokussierten Situation können sie am Besten erzählen, was sie gerade bewegt.

Auch viele Erwachsene können sich nicht so gut öffnen.

Es gibt Personen, die würden ihre Befindlichkeiten am liebsten auf der Gemeindetafel anschlagen, damit es jeder mitbekommt. Aber es gibt auch die In-Sich-Gekehrten und emotional schüchternen, die einfach nicht so locker damit umgehen können. Entweder haben sie es nie gelernt oder sind einfach nicht stark genug dazu, ihre Empfindungen zu formulieren.

Egal aus welchem Grund auch immer. Wenn du merkst, es gibt Schwierigkeiten: Frag nach, lade die Person ein, biete dein offenes Ohr und Herz an. Wenn du gefestigte Grenzen und einen ausgeglichenen Energiehaushalt hast, schaffst du es sicher, dem Sorgenkind zu helfen.

Hilfe bedeutet oftmals auch einfach nur zuhören, Verständnis aufbringen oder eine sanfte Berührung. Es ist teilweise schon eine große Hilfe, wenn der Betroffene weiß, das es jemandem gibt, an den er sich wenden kann. Dass es jemanden gibt, der sich die Zeit nimmt und für ihn da sein möchte.

„Wie kann ich dir helfen? Möchtest du darüber sprechen? Ich bin für dich da. Lass dir Zeit. Sprich darüber, wenn du dazu bereit bist.“ Wenn die Person dann immer noch nicht darüber sprechen möchte, weiß sie jedenfalls, wohin sie sich wenden kann, wenn es soweit ist.

xo

Angelika

 

 

 

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