Mindset
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Frag nach, wenn es jemandem schlecht geht

frag nach wenn es jemandem schlecht geht

Pausenlos höre ich den Satz: „Warum soll ich mich einmischen? Wenn es wem schlecht geht, wird er schon kommen und es mir erzählen.“

Ich lese ihn auf Blogs, mit dem Verweis auf die eigene Energie. Ich höre ihn in meiner Familie und meinem Bekanntenkreis, erschreckend kalt und trotzig. Stets mit dem Nachhall: Mich fragt ja auch keiner, wie es mir geht.

Dieser Satz vermittelt roh einen traurigen Gedanken:  „Nur ja nicht nachfragen, ich habe genug zu tun. Wenn er/sie was will, muss er/sie schon zu mir kommen.“

Dazu kommt noch eine weitere Wahrheit: Ziemlich viele Menschen sind nicht der Typ, der einfach kommt. Da sie sich nicht trauen, keine Umstände bereiten wollen oder niemanden mit ihren Problemen belästigen wollen.

Aber gerade diese Personen sind es, die Zuspruch oft am dringendsten benötigen. Sie brauchen jedoch eine Einladung um sich zu öffnen. Von sich aus werden oder können sie es nicht tun.

So finden sie niemals zueinander: das Problem und das offene Ohr.

Vor allem Kinder sind „Nebenbei-Sprecher“

Es ist für sie einfacher wenn sie nicht der direkte Mittelpunkt eines Gespräches sind, aber trotzdem einen Weg haben, um sich zu öffnen. Deshalb sprechen Kinder gerne Probleme neben anderen Tätigkeiten an. Sie tun sich leichter, wenn z.B.  nebenbei das Geschirr gespült wird und die scheinbare Hauptaufmerksamkeit auf dem Abwasch liegt.

In dieser entspannten und nicht fokussierten Situation können sie am besten erzählen, was sie gerade bewegt.

Viele Erwachsene können sich nicht so gut öffnen.

Es gibt Personen, die würden ihre Befindlichkeiten am liebsten auf der Gemeindetafel anschlagen, damit es jeder mitbekommt.

Aber es gibt auch die In-Sich-Gekehrten und emotional schüchternen, die einfach nicht so locker damit umgehen können. Entweder haben sie es nie gelernt oder sind einfach nicht stark genug dazu, ihre Empfindungen zu formulieren.

Egal aus welchem Grund. Wenn du merkst, es gibt Schwierigkeiten: Frag nach, lade die Person ein, biete dein offenes Ohr und einfühlsames Herz an. Wenn du gefestigte Grenzen und einen ausgeglichenen Energiehaushalt hast, schaffst du es sicher, dem Sorgenkind zu helfen.

Hilfe bedeutet oftmals einfach nur zuhören, Verständnis aufbringen oder eine sanfte Berührung. Die Betroffenen erwarten oftmals keine schnelle Lösung oder Ratschläge. Sie wollen einfach einen Menschen, der sich ihnen zuwendet und für sie da ist.

Es ist bereits eine große Hilfe, wenn der Betroffene weiß, das es jemandem gibt, an den er sich wenden kann, wenn er soweit ist. Dass es jemanden gibt, der sich die Zeit nimmt und für ihn da sein möchte, wenn er ihn braucht.

Diese Möglichkeit ist schon sehr beruhigend und stärkend.

„Wie kann ich dir helfen? Möchtest du darüber sprechen? Ich bin für dich da. Lass dir Zeit. Sprich darüber, wenn du dazu bereit bist.“ Sprich eine Einladung aus und überlasse es deinem Gegenüber, ob er sie annehmen kann oder will. Wenn die Person doch nicht darüber sprechen möchte, weiß sie jedenfalls, an wen sie sich wenden kann, wenn es soweit ist.

xo

Angelika