Kennst du das wichtigste Wort?

By Angelika Stranger | Mindset/Persönlichkeit

Aug 28
Kennst du das wichtigste Wort?

Ja.

Aber gerne doch.

Ist doch kein Problem.

Bist du auch ein Ja Sager? Ich verstehe dich. Ich selbst war lange Zeit auch einer. Kaum ein Gefallen, den ich nicht sofort tat. Keine Bitte, die ich ablehnte. Mein liebster Satz?

„Kann ich dir irgendwie helfen?“

Dabei wäre ein Nein oft die bessere Wahl

Vielen von uns fällt kein Wort so schwer wie ein Nein. Vor allem bei Frauen fällt mir diese Angewohnheit auf.

Wir Frauen werden immer noch dazu erzogen, die liebevollen und fürsorglichen Hausfrauen zu sein. Zu helfen. Für die Familie da zu sein. Zu pflegen, zu unterstützen. Alles in unserer Macht stehende zu tun, damit sich alle rund um uns wohlfühlen.

Natürlicherweise fällt es daher gerade Frauen am schwersten Nein zu sagen. Männer scheinen da weniger Hemmungen zu haben. Vor allem da deren Erziehung meistens mehr auf Selbstständigkeit aus ist.

Sie werden von klein auf dazu ermuntert etwas auszuprobieren. Sie müssen die Starken sein, die „Ernährer“ und treffen die Entscheidungen. Frauen sind dazu da, ihnen den Rücken frei zu halten.

Vor allem aber: sie werden für eine eigene Meinung nicht so schnell gemaßregelt wie Mädchen.

Mir fiel es lange Zeit äußerst schwer Nein zu sagen.

Ein Nein verursachte körperliches Unwohlsein (wie die Schmetterlinge im Bauch wenn man verliebt ist, nur im negativen Sinn).

Kombiniert mit schlechtem Gewissen und dem Gefühl, den (im besten Fall) Bittenden bzw. (im schlimmsten Fall) Fordernden im Stich zu lassen.

Der Gedanke, dass der abgewiesene Bittsteller schlecht über mich denken könnte, ließ mich sofort und zu allem Ja sagen, ohne darüber nachzudenken, ob ich das überhaupt wollte.

Ein Nein zu anderen ist ein Ja zu dir selbst

Inzwischen habe ich diese Angewohnheit abgelegt. Geholfen haben mir dabei folgende Erkenntnisse:

  • Nicht jeder muss dich mögen.
  • Du musst nicht jeden mögen.
  • Du muss es nicht jedem recht machen.
  • Was andere von dir denken, ist nicht dein Problem.
  • Ist jemand böse auf dich, weil du eine Bitte abgelehnt hast, ist er wahrhaftig kein guter Freund.
  • Jedes Nein ist ein Ja zu dir selbst. Es bewahrt dich davor, deine Energiereserven über die Maße zu strapazieren.
  • Je öfter du Nein sagt, umso wertvoller wird ein Ja. Bist du immer und jederzeit verfügbar, wird deine Leistung nicht mehr wertgeschätzt. Sie wird als etwas selbstverständliches angesehen.
  • Viele Hilfsgesuche entstehen durch Bequemlichkeit. Du solltest nicht bereit sein, Faulheit zu fördern.
  • Besser als permanente Hilfe ist „Hilfe zur Selbsthilfe“. Bevor du gewisse Dinge tausendmal für jemand anderen erledigst, zeige ihm wie es geht. Er kann sich anschließend selber darum kümmern. Du bist nicht die Assistentin aller Faulpelze dieser Welt.

Wie sagst du jetzt Nein?

Fällt es dir schwer, ein Nein auszusprechen, probiere doch einmal meine Tricks:

  • Bei kleineren Bitten, die schnell erledigt sind, folgst du einfach deinem Bauchgefühl. Beantworte sie mit einem dieser Sätze: „Das geht gerade nicht. Ich habe keine Zeit. Nein, das möchte ich nicht.“ oder „Ja gerne, das machen wir gleich.“
  • Bei größeren Bitten antwortest du erstmal folgendes: „Das muss ich mir noch überlegen/anschauen, ich melde mich später bei dir.“ Oder „Das kann ich momentan nicht entscheiden. Ist es in Ordnung wenn ich dir später, (in 5 Stunden, heute Abend, Morgen, … ) Bescheid gebe?“ Somit hast du Zeit in Ruhe darüber nachzudenken.
  • Das wichtigste aber ist: sei höflich. Ablehnung sollte immer höflich und mit Respekt vermittelt werden. Und ja, man kann auch höflich nein sagen.
  • Ist die Antwort negativ, teile dies höflich, aber bestimmt mit. Ohne Rechtfertigung. Ohne Entschuldigung für deine Entscheidung.

Hilfe ist nach wie vor erwünscht

Dies soll jetzt kein Aufruf sein, dass du alle Hilfe einfach ablehnst. Wenn jemand wirklich Hilfe braucht und du kannst ihm helfen, tue es.

Genau so gut kannst du aber auch ablehnen, wenn es deine Zeit oder Energie nicht erlauben. Ganz ohne schlechtes Gewissen.

Du musst dich nicht für andere zerreißen und jedem seine Last abnehmen. Einen gewissen Grad an Selbstverantwortung musst du einfach von erwachsenen Personen verlangen können.

Hilfe ist etwas Gutes, das soll unbedingt auch so bleiben. Aber zwischen Hilfe erbitten und ausnutzen ist nur ein schmaler Grat.

Leider sind manche Menschen zu grenzüberschreitend und fordern alles mit Selbstverständlichkeit ein. Andere sind sich ihrer eigenen Grenzen zu wenig bewusst und geben alles (lassen sich ausnutzen).

Fazit:

  • Lerne zu unterscheiden, wie wichtig es dir im Moment ist.
  • Lerne zu unterscheiden, ob jetzt wirklich Hilfe benötigt wird oder ob es Faulheit / Bequemlichkeit ist.
  • Erkenne, dass die Menschen für sich selbst verantwortlich sind und du nicht alle ihre Probleme lösen kannst.
  • Wenn du dich ständig um die Probleme anderer kümmerst, hast du keine Energie mehr für deine eigenen.
  • Erwachsene Personen müssen ein Nein ertragen können. Wenn sie deswegen böse sind, haben sie selbst ein gewaltiges Problem mit ihrem Selbstwert. Wieder ein Problem, dass dich nichts angeht.
  • Deine Hilfe sollte niemals als selbstverständlich angesehen werden. Ist es bereits soweit, ist es höchste Zeit, dass du handelst.
  • Eine Absage kannst du genauso höflich vermitteln, wie eine Zusage.
  • Für deine Entscheidungen brauchst du dich nicht zu rechtfertigen oder zu entschuldigen.

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xo

Angelika

 

 

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    […] nicht für alle, vielen fällt es erstaunlich leicht. Aber manchen (so wie mir) eben nicht (siehe Nein!). Ich bin dabei und arbeite an mir und es ist mir wirklich viel gelungen auf diesem Weg, aber ein […]

  • […] Zum Glück bin ich im Laufe des vorigen Jahres dann (wieder einmal durch eine Yoga-Zeitschrift 🙂 , hach, ich liebe sie einfach!) auf dieses Thema gestoßen. Dieser Artikel rannte bei mir buchstäblich offene Türen ein. Es war ein großer Aha-Moment für mich. Ich erkannte mit einem Schlag, das ich einfach viel zu viel von mir verschenkte und am Ende nichts mehr von mir für mich übrig blieb (siehe auch Nein!). […]

  • […] Lerne Nein zu sagen. Es tut deinem Selbstbewusstsein irrsinnig gut, wenn du deine Grenzen wahrst und endlich das Nein sagst, dass dir schon so lange auf der Zunge liegt. […]

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