Selbstoptimierung? Selbstverleugnung?

By Angelika Stranger | Mindset/Persönlichkeit

Jul 02
Selbstoptimierung Selbstverleugnung

Um gleich auf den Punkt zu kommen: Selbstoptimierung sollte keine Selbstverleugnung sein.

Früher bin ich total gerne in diese Falle getappt, inzwischen kenne ich mich gut genug um sie zu vermeiden. Und zwar geht es dabei um folgendes:

Man sieht immer diese wunderbaren, erleuchteten, fitten und organisierten Wesen auf Instagram, Facebook, im Fernsehen, Zeitschriften usw. Gerne geben diese auch ihre Tipps weiter, wie sie denn das machen, mit der Erleuchtung und so.

Im Eifer des Gefechts denken dann alle, dies sei der einzige Weg und sie müssten es genauso machen. Aber das stimmt nicht.

Ich wollte zum Beispiel ziemlich lange so sein, wie ein früheres Vorbild von mir. Ich versuchte mich regelmäßig im Ashtanga Yoga und versagte immer wieder kläglich. Bis ich irgendwann mit Yoga aufhörte, weil ich es nicht mehr mochte. Ich hasste jede Minute, die ich auf der Matte verbringen “musste”.

Was war passiert?

Ich kopierte einfach den Lebensstil meines Vorbildes, ohne zu schauen ob dieser zu mir passt. Eigentlich mag ich kein Ashtanga Yoga oder generell keine schweißtreibenden Yogarichtungen oder Flows. Ich liebe eher ruhiges und entspannendes Yin Yoga oder mache einfach eine Deep Stretch Yoga Stunde. Ich liebe die Dehnungen und Drehungen.

Aber dies zu erkennen, dauerte ziemlich lange. Ich suchte lange den Fehler bei mir. Ich dachte, ich bin einfach zu blöd. Alle anderen fanden doch auch ihr Glücksgefühl im anstrengenden Ashtanga. Und da machte es Klick: IHR Glücksgefühl. Nicht meines.

Was, wenn mein Glück nicht das gleiche Glück wie das der anderen ist?

So fand ich den Weg zum Yoga zurück und war klug genug, eine andere, sanftere Art auszuprobieren. Und Bingo! Aufeinmal klappte es mit Yoga und mir. Ich habe einfach  auf mein Inneres gehört und mein Ego ein bisschen zurückgeschraubt.

Aber so schnell kann es gehen und die Selbstoptimierung wird zur Selbstverleugnung. Darum ist es immer wieder wichtig, sich selbst, seine Wünsche und seine Widerstände zu hinterfragen.

Warum mache ich etwas?

Was ist mein Antrieb? Will ich das wirklich? Was erwarte ich mir davon? Gefällt mir, was ich da tue?

Wenn du dir nicht zu 100% sicher sein kannst, dass du das, was du gerade machst, auch wirklich willst, ist es an der Zeit deine Ziele neu zu überdenken. Um bei meinem Beispiel zu bleiben: was bringt es, eine gewisse Yogarichtung zu beherrschen, wenn man es überhaupt nicht ausstehen kann? Die Beachtung anderer? Das Wohlwollen oder das Lob?

Das brauchst du nicht. Du machst dein Ding wegen dir. Wenn es dann zufällig eine wohlwollende Bemerkung gibt, freu dich! Aber mache deine Arbeit an dir selbst nicht von der Reaktion deiner Umwelt abhängig. Genausowenig solltest du mit etwas aufhören, nur weil es jemand anderem nicht gefällt.

Ich bin ein großer Fan von Selbstoptimierung, aber nicht um jeden Preis

Selbstoptimierung sollte nur im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen, Vorlieben und Eigenschaften geschehen. Und ja, manchmal wäre halt etwas anderes cooler, als das, was du gerade machst. Aber wenn dir dieses cool nicht gefällt, dann bitte, höre einfach auf deine innere Stimme und stehe zu deiner “Uncoolness”.

xo

Angelika

 

 

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