Warum es mich manchmal ankotzt, so viel zu wissen

By Angelika Stranger | Inspiration/Tipps

Mai 31
Tierschutz Tierrechte Umweltschutz Fair Öko Bio

Die Welt ist schlecht. Nicht immer, aber ziemlich oft. Ich brauche nur die Zeitung aufzuschlagen und die Gewalt und Lügen springen mich an. Die Natur wird ausgebeutet, Tiere gequält und Menschen misshandelt.

  • Fleisch und Milchprodukte sind böse. Sie sind äußerst ungesund, die Umstände der Viehzucht einfach nur ein Alptraum und für Umwelt ist sie auch nicht sehr zuträglich.
  • Für Palmöl und Soja werden Unmengen an Regenwald abgeholzt, der eigentlich unsere „grüne Lunge“ wäre.
  • Die Reichen werden immer reicher, während zum Beispiel in Indien die Kinder auf Müllhalden leben müssen.
  • Kaufe ich mir ein Handy fördere ich schlimmste Bedingungen in den Wolfram-, Zinn-, Gold- und Coltan-Minen in Afrika.
  • Fast alle Kleidungsstücke, die es zu kaufen gibt, werden in Kinderarbeit oder unter unwürdigen Bedingungen für die Arbeiter/innen in Billiglohnländern geschaffen.
  • Unser Plastik verseucht die Flüsse, Seen und Meere unseres Planeten. Tiere müssen oftmals qualvoll daran sterben. Plastik reichert sich in ihnen an.
  • Für jedes Medikament, dass ich nehme, mussten unzählige Tiere in Tierversuchen leiden.
  • Tiere in Zoos oder Zirkussen bringen mich zum Weinen.
  • usw.

 

Ja, ich weiß dass es für viele Probleme eine Alternative gibt. Ich kaufe Öko- und Fairfashion, wenn es möglich ist. Achte auf Bio-Produkte, esse kein Fleisch und so wenig Milchprodukte wie möglich. Verwende keine Produkte auf Palm- oder Erdölbasis. Mein nächsten Handy wird ein Fair-Handy. Ich besuche keine Zoos.

Aber oft denke ich, ist es einfach anstrengend, dies alles (und noch mehr zu wissen). Wie einfach haben es da alle Menschen, die einfach zu einem Produkt greifen können, ohne sich um Klimawandel, Arbeitsbedingungen, Naturschutz, Tierrechte, usw. zu sorgen?

Wie schnell (und billig) geht doch der Einkauf, wenn ich einfach in den nächsten H+M sausen kann, ohne lange im Internet nach fairer Mode zu stöbern.

Wie einfach ist es doch, sich in seiner kleinen, feinen Blase einzuigeln und tun und lassen zu können, was man will, ohne Wissen von irgendwelchen Konsequenzen.

Wie „frei“ ist man, wenn man einfach zu einem Produkt greift, nur weil es hübsch ist oder gut riecht, ohne sich Gedanken über Inhaltsstoffe machen zu müssen.

Wissen ist Macht, aber auch anstrengend

Keine Sorge. Ich werde auch weiterhin auf faire Standards in allen Belangen meines Lebens achten. Aber es ist trotzdem einfach oft anstrengend und ermüdend.

Sobald ich jemanden sehe, dem das egal ist oder der es einfach nicht besser weiß, fallen mir tausende Argumente ein. Diskussionen sind oft sehr, sehr auslaugend. Vor allem, wenn das Gegenüber nicht offen genug ist. Mein Kopf ist dauernd voll mit Überlegungen, was besser wäre oder wie ich etwas verändern kann.

Ich kann nicht einfach unbeschwert in einen Markt gehen und einkaufen. Nein. Ich analysiere sofort die Einkaufswägen aller anderen und denke mir: warum kaufen die den ganzen Scheiß? Das oder das wäre doch besser. Ich verbringe ewige Zeiten damit, Etiketten zu studieren und zu vergleichen.

Für alle Freiheiten dieser Welt würde ich mein Wissen nicht eintauschen

Aber ich wünschte mir oft, das meine Standards die Standards von allen wären. Wie unkompliziert würde dann alles verlaufen, wenn es umgekehrt wäre. Wenn alle Läden auf der Welt Bio-Öko-Fair-Läden wären. Und sich die „anderen“ Gedanken machen müssten, woher sie ihren Schund bekommen.

Ach Utopia, wo bist du?

Geht es dir auch so?

xo

Angelika

 

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