Willst du deine Ziele erreichen, vermeide die Dankbarkeitsfalle

By Angelika Stranger | Finanzen/Karriere

Sep 21

Gleich zu Beginn sei gesagt: Ich bin ein großer Freund der Dankbarkeit:

  • Sie hilft dir, zu erkennen, was du bereits in deinem Leben geschafft hast.
  • Sie unterstützt dich dabei, dich selbst zu lieben. Die Liebe in deinem Leben zu entdecken und wert zu schätzen.
  • Sie ist ein wirksamer Schutz gegen das permanente Vergleichen mit anderen. Hast du erst erkannt, welche Segnungen du bereits in deinem Leben hast, musst du nicht mehr neidisch auf die deiner Mitmenschen blicken.

Wenn du ein Tagebuch führst, ist es eine besonders gute Übung dir täglich 3 bis 5 Dinge zu notieren, für die du dankbar bist. (Wenn du noch kein Tagebuch führst, empfehle ich dir, mit einem zu beginnen.)

Die ganze Dankbarkeit kann sich aber - falsch praktiziert -  in eine fiese Falle verwandeln.

Nämlich dann, wenn die Zufriedenheit zur Ausrede wird, warum man die eigenen Ziele nicht erreicht hat.

Die Sache mit der Zufriedenheit

Die meisten Menschen haben Pläne.

Jeder von uns. Du bestimmt auch, oder? Je größer desto besser (und das stimmt wirklich).

Alle haben etwas, was sie sich wünschen, begehren und unbedingt haben wollen.

Aber: so gut wie niemand erreicht diese Ziele. Warum?

Weil sie zu zufrieden sind.

Wenn es um die Themen Ziele, Pläne und Träume geht, sind die häufigsten Argumente, die ich zu hören kriege, eines oder mehrere der folgenden:

  • "Ich habe ja schon so viel erreicht, irgendwann muss genug sein."
  • "Ich bin dankbar, wieviel ich habe, ich brauche nicht mehr."
  • "Mir geht es momentan so gut, lieber nichts riskieren."
  • "Ich bin zufrieden, so wie es ist. Ich habe alles, was ich brauche. Wozu noch mehr?"
  • "Es gibt doch so viele Menschen auf der Welt, denen es so schlecht geht und mir geht es so gut. Ich muss es doch nicht übertreiben."

Habe ich dich gerade ertappt?

Mach dir nichts draus. Du bist nicht allein. Sehr vielen Menschen geht es gleich wie dir. Mir ist es jahrelang selbst so ergangen.

Die gute Nachricht: Du kannst das ändern.

Ich war früher genauso.

Alle drei Aussagen habe ich früher, genauso wie oben beschrieben, selbst gemacht. Ich habe sie auch geglaubt.

Ich war jahrelang selber überzeugt davon: wenn man schon so viel Glück hat im Leben wie ich, sollte man dankbar sein. Ja nicht zu viel fordern vom Leben. Lieber mit dem Begnügen, was man hat. Zufriedenheit gilt.

Stimmts?

Nein!

Stimmt nicht!

Nur weil man sich in Dankbarkeit üben sollte, ist das keine Aufforderung, sämtliche Ziele im Sand verlaufen zu lassen.

Soll heißen: Arbeite an deinen Zielen und Träumen. Sei zufrieden und dankbar, für jeden Schritt, den du erreicht hast.

Im Umkehrschluss bedeutet das: jammere nicht, sei nicht immer so unzufrieden und vergleiche dich nicht mit anderen, die vielleicht schon einen Schritt weiter sind.

Arbeite aber unbedingt weiter an dir. Du bist zwar schon super, aber du kannst noch besser werden. Und dabei ist es egal um was es geht: um menschliche Aspekte oder beruflichen Erfolg. Egal. Hauptsache du bleibst nicht stehen und entwickelst dich weiter.

Ein Beispiel gefällig?

Ok, nehmen wir den Klassiker: die Diät.

Du willst 20 Kilo abnehmen.

Im Moment hast du 5 Kilo geschafft.

Jetzt gibt es genau zwei Sichtweisen:

  1. Du kannst dich jetzt zurücklehnen und die 5 Kilo genießen. Immerhin hast du schon 5 Kilo erreicht. Wenn du dich jetzt auf deiner Dankbarkeit ausruhst, werden es auch nur diese 5 Kilo bleiben. Zufrieden sein gilt. Oder:
  2. Du bist dankbar für die 5 Kilo, die du schon erreicht hast. Du freust dich riesig darüber und nimmst sie als Motivation, mehr zu erreichen. Nämlich die nächsten 5 Kilo. Und so weiter bis du 20 Kilo geschafft hast.

Na?

Erkennst du den Unterschied?

Diesen Fehler in der eigenen Denkweise machen jeden Tag unzählige Menschen.

Das ist die Dankbarkeitsfalle

Sie hält uns davon ab, mehr zu erreichen. Sie richtet uns unser Leben äußerst bequem ein.

Schuld dafür ist dein Körper, dein Gehirn: es ist darauf aus, alles so bequem und mit so wenig Aufwand wie möglich zu erreichen.

Darum ist es deinem Schweinehund auch lieber, mit der Schoki auf der warmen Couch zu sitzen, als am Abend eine Runde zu joggen.

Meistens ist sie  nur eine Ausrede dafür, warum wir nicht mehr erreicht haben, weil wir eigentlich zu faul, zu unmotiviert und disziplinlos waren. Aber damit wir uns unser eigenes Versagen nicht eingestehen müssen, erzählen wir uns und anderen lieber das Märchen der Dankbarkeit und Zufriedenheit.

Und diese Ausrede wird täglich tausende male bemüht. Von allen möglichen Personen.

  • Von der Hausfrau, die ihren Traum vom zweiten Bildungsweg aufgibt.
  • Vom Pensionisten, der nun doch keine Weltreise macht.
  • Vom Buchhalter, de sich doch nicht traut, die eigene Firma zu eröffnen.
  • Von der Sekretärin, die nun doch keinen Blog startet.
  • Vom Städter, der nun doch nicht aufs Land zieht.
  • Vom Übergewichtigen, der sich nun doch nicht an seine Diät hält.
  • Von der Künstlerin, die nun doch keine Shop eröffnet.

Kennst du die Zahl Googol? Das ist eine Zahl mit 100 Nullen (JA, sie inspirierte die Namensgebung von Google. Eine Anspielung auf die Zahl der Suchergebnisse, die Google liefert). Genausoviele Ausreden gibt es auf der Welt: Googol.

Hast du den Kontakt zu dir selbst verloren?

Hol dir kostenlos mein neues Ebook und lerne, wie du deine Energie wieder aufladen und Selbstliebe in deinen Alltag integrieren kannst.

Der Unterschied

Erfolgreiche Menschen, egal aus welcher Sparte, üben sich fast alle in Dankbarkeit. Sie ruhen sich  nicht auf ihren Erfolgen aus, sondern machen weiter. Das ist der kleine aber feine Unterschied zwischen Erfolg und Niederlage.

Die Dankbarkeit sollte niemals größer sein als unser Wille zu Erfolg.

Mit deinem Verzicht kannst du niemandem helfen

Wenn wir uns speziell die letzte Aussage von oben ("Es gibt doch so viele Menschen auf der Welt, denen es so schlecht geht und mir geht es so gut. Ich muss es doch nicht übertreiben." ) genauer anschauen, gibt es da einiges, das mich stört (und gerade diese war früher meine Lieblingsaussage).

Zuerst einmal sei gesagt:

  • Ja, es gibt um einiges mehr Menschen auf der Welt, die es schlechter haben als wir, als es Menschen gibt, die es besser haben.
  • Ja, wir leben in einem reichen Land und ein Großteil unserer Sorgen sind Luxussorgen.
  • Ja, es ist ein Privileg, sich mit Tätigkeiten wie der Selbstfürsorge zu beschäftigen, viele haben diese Möglichkeiten nicht.
  • Ja, wir haben viel Geld und leben in einem wahnsinnig großzügigen Sozialstaat.

Jetzt kommt das große aber:

  • Nur weil du auf etwas verzichtest, haben diese Menschen nicht mehr.
  • Nur weil du darauf verzichtest im Monat 500 Euro mehr zu verdienen, hat deswegen kein indisches Müllbergkind 500 Euro mehr. Es hat deswegen nicht einmal einen Cent mehr.
  • Nur weil du darauf verzichtest, ein geliebtes Projekt voranzutreiben, hat deswegen kein Mensch irgendwo auf der Welt eine bessere Chance auf das gelingen seines Projektes.
  • Nur weil du auf dein persönliches Wachstum verzichtest, weil du denkst es ist "Luxus", wird niemand auf der Welt deswegen "mehr" haben.

Das ist der falsche Ansatz.

Damit hilfst du niemandem. Du schadest nur dir selbst, denn am Ende deines Lebens wirst du es mit Sicherheit bereuen, nicht alles gegeben und getan zu haben, was du wolltest.

Und die Arbeit an dir selbst ist niemals verschwendete Zeit. Persönliches Wachstum bringt in dich in allen Aspekten deines Lebens weiter.

Hast du aber ausreichende Mittel (finanziell, beruflich, zeitlich und menschlich), die du dir erschaffst durch die Arbeit an dir und deinen Zielen, kannst du sehr vielen dieser Menschen helfen.

Sei es durch Projekte, Spenden oder ehrenamtliche Arbeit (die du nur durch Zeit finanzieren kannst).

Diese Möglichkeit bekommst du aber nur, wenn du an dir arbeitest und deine Träume verfolgst.

Sei dankbar, dass es dir besser geht als den Armen dieser Welt und arbeite daran, das zu erreichen, was du willst. Dann bist du in der Lage, zu helfen (so dies dein Wunsch ist).

Fazit:

Dankbar sein ist ein wesentlicher Faktor um

  • am Boden zu bleiben
  • dich nicht dauernd zu vergleichen
  • zu schätzen was du hast
  • zu schätzen, wie gut es uns geht
  • zu ehren, wo du herkommst

Wenn du gerne Biografien von erfolgreichen Persönlichkeiten liest, so wie ich, dann findest du in so gut wie jeder den Hinweis auf die Dankbarkeit.

Alle großen Personen üben sich in Dankbarkeit. Sie lassen sich aber auch nicht davon aufhalten. Trotzdem streben sie nach mehr.

Mit Dankbarkeit ehrst du den Moment, deine bisherigen Leistungen, dein tolles Leben bis JETZT.

Sie ist keine Ausrede dafür, wenn du zu faul warst für deine Hausaufgaben. Nur mit Dankbarkeit/Zufriedenheit alleine, hilfst du niemandem. Am allerletzten dir selbst.

xo

Angelika

Hier geht's zu mehr Selbstliebe

Hol dir deine Tipps für mehr Energie

Erschöpft? Ausgelaugt? Gestresst? Hol dir hier mein neues Mini E-Book "Dein ultimativer Selfcare Baukasten" und lerne, wie richtige Selbstfürsorge funktioniert.

 

>
%d Bloggern gefällt das: